Contactlinsen

bei Keratokonus

Es gibt wohl kaum einen anderen Bereich der Contactlinsen-Anpassung, wo so viel Wissen und Erfahrung benötigt wird, wie bei Keratokonus.

Keratokonus ist eine progrediente (zunehmende) Hornhautveränderung, bei der die Hornhautdicke und als Folge davon auch die Stabilität der Hornhaut abnimmt. Dies führt zu einer deutlichen Formveränderung und vor allem zu einer zunehmenden Irregularität der Hornhaut. Eine Brillenkorrektion ist meist nicht mehr sinnvoll möglich, da die Sehschärfe selbst mit Brille nur unzureichend zu korrigieren ist.

Das Auftreten des Keratokonus ist relativ selten. Nur etwa 0,5 % der Bevölkerung sind davon betroffen.

Viele Augenärzte und auch –Kliniken empfehlen ihren Keratokonus-Patienten eine Contactlinsen-Anpassung bei Lenticon. Die Anpassung von Contactlinsen bei Keratokonus ist bei uns „Alltagsgeschäft“. Es vergeht kaum ein Tag, ohne dass wir einen Kunden mit Keratokonus gesehen haben.

Die ersten Kennzeichen eines Keratokonus sind eine Zunahme der Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) oftmals zusammen mit einer deutlichen Änderung der Achslage, zunächst nur auf einem Auge. Die Sehschärfe wird auf dem gleichen Auge zunehmend schlechter. Häufig wird dies zunächst gar nicht bemerkt, da die Veränderung langsam und nur auf einem Auge stattfindet. Ist die Formveränderung jedoch deutlich eingetreten, so ist eine gute Sehschärfe in aller Regel nur durch die Anpassung einer formstabilen Contactlinse wieder zu erreichen. Ist anfangs nur ein Auge betroffen, so macht sich die Veränderung mit dem Fortschreiten leider in aller Regel auch auf dem zweiten Auge bemerkbar. Spätestens jetzt ist eine Contactlinsen-Versorgung unumgänglich.

Da die Hornhautform bei Keratokonus stark von der eines normalen Auges abweicht, sind Contactlinsen mit einer besonderen Rückflächenform erforderlich. Um hier die bestmögliche Passform auszuwählen ist die Bestimmung der Hornhautform mit einem Videokeratometer sehr hilfreich. Entscheidend ist aber die Kenntnis der zur Verfügung stehenden Rückflächengeometrien und die Erfahrung des Anpassers. Der Anpasser muß wissen, welchen Einfluss welche Rückflächenparameter auf den Linsensitz haben, damit die Passform optimiert werden kann. In jedem Falle ist aber eine individuell angepasste und entsprechend angefertigte Contactlinse erforderlich.

Mindestens alle 6 Monate sollte der Contactlinsensitz überprüft werden, um sicher zu stellen, dass die Contactlinsen noch bestmöglich passen. Schreitet die Veränderung fort und passt die Linse nicht mehr richtig, so übt sie in aller Regel im zentralen Bereich der Hornhaut einen zu hohen Druck aus. Die Folge davon sind „wunde“ Stellen, die längerfristig zu Vernarbungen und damit Trübungen in diesem Bereich führen. Der Linsenträger bemerkt dieses meist daran, dass die Linsen nach einigen Stunden Tragezeit unbequem werden, leicht verrutschen und im Ernstfall das Auge ständig gerötet ist. Oft ist auch eine verstärkte Lichtempfindlichkeit damit verbunden. Spätestens jetzt muß der Linsensitz überprüft und optimiert werden.

Sehen Sie auch „Keratokonus“ (PDF der Interlens)

Die Formveränderung wird beim Blick nach unten an der Lidkante sichtbar.
Hornhaut mit Keratokonus von der Seite
Aufnahme mit dem Videokeratographen
Auswertung der Hornhautform und Übersichtsdarstellung mit dem Videokeratographen